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Projektwoche: „Sütterlin – schreiben wie zu Uromas Zeiten“

 „Sütterlin – schreiben wie zu Uromas Zeiten“

Los ging es mit der Nutzung des klassischen Federhalters anstatt des modernen Füllers, der unter Zuhilfenahme eines Tintenfasses schnell die ersten Schreiberfolge zeigte. Schon nach einem Tag waren weite Teile des Alphabets der altdeutschen Schreibschrift in Groß- und Kleinbuchstaben gelernt. Am zweiten Tag ging es bereits zum selbstständigen Verfassen längerer Textpassagen über, bis ab dem dritten Tag schließlich neben dem Schreiben auch das Entziffern alter Schriftstücke in den Vordergrund rückte.

Auch wenn heute unter dem Oberbegriff „altdeutsche Schreibschrift“ oft die Gleichsetzung mit der Sütterlin-Schrift – eine ab Beginn des 20. Jahrhunderts entwickelte Schulschrift – erfolgt, ist diese Sütterlin-Schrift ja lediglich eine Variante der seit dem 16. Jahrhundert aufgekommenen Kurrentschrift, sodass man tatsächlich sehr weitreichend in die Vergangenheit eintauchen kann.

So gelang es uns, zumindest erhebliche Teile eines Tagebuches aus dem 30-jährigen Krieg anhand dessen Faksimile-Ausgabe zu entziffern – hier war die Barriere hinsichtlich der in etwa 400 Jahren stark veränderten Sprache tatsächlich größer, als die Problematik der Schriftentzifferung.

Den Höhepunkt bildete schließlich ein knapp 100 Jahre altes handgeschriebenes Rezeptbuch, das von einer Schülerin als Anschauungsmaterial mitgebracht und anschließend entziffert wurde. Besonders die verschiedenen Plätzchen- und Keksrezepte stießen hier auf reges Interesse und laden in der kommenden Adventszeit zu einem Nachbacken ein.

C. Binder

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