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Playmobil-Ausstellung im Kloster Eberbach zeigt die Weltreligionen

Seit dem 25. November bietet das Kloster Eberbach mit einer Playmobil-Ausstellung des Hamburger Künstlers Oliver Schaffer ein neues Highlight. Nach der viel beachteten Ausstellung, die sich des Klosters selbst angenommen hatte, startet diesmal die Hauptfigur Bruder Martin eine Reise um die Welt und die Geschichte – und, ganz dem Ambiente des Ortes gemäß – durch die Religionen.

Kloster und Künstler haben hier etwas Beeindruckendes, Zeitlos-Aktuelles geschaffen. Man kann die Ausstellung einfach staunend durchwandern und sich fragen, welche Playmobil-Sets jeweils als Steinbruch genutzt wurden, um etwas ganz Neues zu schaffen: Ein Grab aus einem „Scooby Doo“-Set mit Wikingerschiffen und Gebäuden aus „Dragons“ findet man beispielsweise bei den Kelten, und das Prinzessinnenschloss fand gleich mehrfach Verwendung. Und um jüdische Gläubige zu schaffen, mussten Figuren kreativ mit Westernmänteln, Indianerhaaren und mehr ausgestattet werden. Der Maya-Tempel bildet hierbei eine große Ausnahme – den musste ein Schreiner im richtigen Maßstab anfertigen, weil er beim besten Willen nicht aus Playmobil hergestellt werden konnte. Es ist also staunenswert für Playmobil-Liebhaber und für Bastler. Ergänzt wird das alles durch fantastische Fotografien, die großformatig und großartig in Szene gesetzt wurden. Es gibt nur einen einzigen geografisch „blinden“ Fleck in der Welttournee des Bruder Martin, aber wer ihn bemerkt, wird auch genau wissen, weshalb.

Aber das allein macht den Besuch noch nicht zum Erlebnis: Selbst Leute, die mit Playmobil wenig verbinden, profitieren davon, denn die Ausstellung ist zugleich eine Botschaft für Frieden und Verständigung zwischen Kulturen und Religionen: Gleich zu Ausstellungsbeginn stehen programmatisch zwei große Vitrinen mit einer prachtvollen Moschee und einer gewaltigen Synagoge friedlich nebeneinander und geben so ein klares Statement, und als Abschluss kann man dann noch einmal durch das Kloster Eberbach als Stätte des Christentums laufen. Ob Religionskurs, Geschichtsklasse oder für eine Gruppe Geografieschüler – deren Themen werden in der Ausstellung erfahrbar gemacht und können zur Auseinandersetzung einladen. Denn jede Vitrine ist liebevoll und kunstfertig arrangiert worden. Fragen kann man sich hier für den Unterricht viele stellen: Muss man dem Tod immer nur mit Trauer begegnen oder kann man auch, wie in Mexiko, den Tag der Toten bunt und positiv begehen? Was unterscheidet die Weltreligionen eigentlich im Kern? Welche Vielfalt an Leben bietet der Regenwald? Und welche Vielfalt bietet dieser wunderbare Planet, dem wir alle eigentlich viel mehr Fürsorge zukommen lassen sollten?

Aber man kann natürlich auch ganz privat hinfahren und die Klosteratmosphäre auf sich wirken lassen, die der Ausstellung den ganz besonderen Rahmen gibt.

Zum Abschluss oder zur Einstimmung kann man auch die exklusive Sammlerfigur des Bruder Martin (mit Eber!) erwerben, der als erste Playmobilfigur die Zisterziensertracht trägt.

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