Nashville News: Schule im Zeichen des Glaubens
Katharina Hübner, Valentina Stirn und Mats Hassenbach erleben an der Lipscomb Academy einen ganz anderen Schulalltag:
Während unseres Schüleraustauschs in Amerika haben wir viele neue Eindrücke gesammelt, besonders im Schulalltag. Auffällig war für uns vor allem der Sportunterricht, da er ganz anders organisiert ist als in Deutschland. Anstatt gemeinsam verschiedene Sportarten wie Basketball oder Turnen zu machen, findet der Unterricht dort in einem Fitnessraum statt, der eher wie ein richtiges Gym aufgebaut ist. Es gibt zahlreiche Geräte, Hanteln und Möglichkeiten für Krafttraining. Zu Beginn der Stunde bekommt die ganze Klasse ein festes Workout, das wir dann alle durchführen. Trotzdem arbeitet jeder eher für sich und in seinem eigenen Tempo. Das ist ein großer Unterschied zu Deutschland, wo Sport meist als gemeinschaftliche Aktivität erlebt wird. Wir fanden diese Art des Unterrichts zunächst ungewohnt, aber auch spannend, da man sich stärker auf die eigene Leistung konzentriert.
Ein weiterer interessanter Teil des Schullebens war das Fach „Bible“, das man am ehesten mit dem Religionsunterricht in Deutschland vergleichen kann, das hier jedoch ganz anders gestaltet ist. Aktuell führen wir beispielsweise eine Art Gerichtsverhandlung durch, bei der unterschiedliche Pro- und Contra-Positionen verteilt werden. Das macht den Unterricht besonders lebendig und spannend. Generell lesen wir viel, aber bei gutem Wetter findet der Unterricht auch draußen statt, was den Schulalltag deutlich angenehmer macht. Ergänzt wird das Ganze durch die „Chapel“, die montags, mittwochs und freitags für etwa 20 Minuten stattfindet. Dort werden Neuigkeiten besprochen und religiöse Themen behandelt, oft verbunden mit praktischen Lebenstipps und anschaulichen Beispielen. Insgesamt gefällt uns dieser Teil der Schule sehr gut, weil er abwechslungsreich ist und viele neue Perspektiven eröffnet.
Diese Verbindung von Glauben und Alltag wurde auch beim sogenannten Service Day besonders deutlich. An diesem Tag hatten wir die Gelegenheit, ganz im Sinne des Christentums und Jesu der Gemeinschaft etwas zurückzugeben – passend zum Schulmotto. Die verschiedenen Klassen engagierten sich dabei auf unterschiedliche Weise: Einige halfen bei Organisationen wie Soles4Souls und sammelten sowie verteilten Schuhe an bedürftige Menschen oder unterstützten das Inner City Ministry, indem sie Schul- und Kirchenbusse reinigten. Andere besuchten Altersheime oder halfen in Obdachlosenunterkünften. Wieder andere sammelten Müll oder arbeiteten mit Kindern in Grundschulen in Nashville. Durch diese vielfältigen Einsätze konnten wir Nächstenliebe ganz praktisch umsetzen und erleben, wie wichtig es ist, füreinander da zu sein. Der Service Day hat uns besonders gezeigt, wie viel man gemeinsam bewirken kann und wie eng Glaube und Handeln miteinander verbunden sind.
