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Nashville News: Rundum versorgt in der Gastfamilie

Felix Hoestermann berichtet über den Alltag in den USA aus der Sicht eines Jungen an der MLK:

Für mich beginnt der Tag wie für vermutlich jeden anderen Schüler auch. Zu gottloser Zeit aufstehen, wie ein Zombie in die Küche torkeln und hoffen, dass das Essen schon fertig ist. Hier muss ich mir darüber jedoch keine Gedanken machen. Shawn, der Familienvater, steht schon jeden morgen wenn wir aufstehen in der Küche und macht uns Toasts mit Bacon und Rührei sowie Müsli. Um 7 Uhr geht’s dann auch schon los. Ich wohne etwas weiter von der MLK entfernt, weshalb wir etwas früher losfahren. In der Schule angekommen sitzt man dann gemeinsam in der Cafeteria oder im Klassenraum und unterhält sich die restlichen Minuten bis Schulbeginn.

Der Schultag ist meiner Meinung nach reichlich entspannter gestaltet als bei uns. Es gibt nur Einzelstunden und nach jeder Stunde folgt ein Marsch der gesamten Schülerschaft zu den nächsten Räumen. In den USA ist es nämlich so geregelt, dass die Schüler zum Lehrer gehen und nicht der Lehrer zum Schüler. Der Unterricht unterscheidet sich von der Art extrem von dem unserem. Anders als in Deutschland stehen die Lehrer nicht vorne und reden, sondern sitzen oft in einer Ecke des Raumes am Pult und reden über ein Mikrofon oder geben den Schülern Aufgaben, die bis zur nächsten Stunde zu erledigen sind. Ich finde so etwas ziemlich gut, da man bei Aufgaben dieser Art viel mit seinen Mitschülern kommuniziert und ich somit mein englisches Sprachverständnis sowie Vokabular gut erweitern kann. Die Stimmung während der Schulzeit ist allgemein sehr fröhlich und locker. Auch so bei den Lehrern. Ich hatte in den letzten Tagen die Gelegenheit bei einem Test im “Multiple Choice” Format teilzuhaben und mitzuschreiben. Diese unterscheiden sich von Grund auf von den Arbeiten, die ich aus Deutschland gewohnt bin.

Am Ende eines Schultages steht dann meist Sport an, so auch heute. Mein Austauschpartner spielt Fußball in einem externen Verein, in dem ich auch trainieren darf. Der Sport verbindet einen erst richtig mit den anderen, da hier die Unterschiede von Nationalität und Sprache völlig ausgeblendet werden. Falls man dann jedoch einmal kein Fußball hat, bieten sich in Nashville auch genügend Gelegenheiten sich anders zu beschäftigen. Man kann mit seinen Freunden prima shoppen, ins Kino oder sogar am Fluss schwimmen gehen. Am Ende eines langen Tages steht dann das gemeinsame Abendessen in der Familie an. Shawn, der Familienvater, kocht jeden Abend für uns und danach sitzen wir entweder auf der Veranda und sehen uns Ice Hockey an, oder wir sitzen einfach drinnen und unterhalten uns.
Es ist jetzt erst eine Woche vergangen, aber mir kommt es so vor als lebe ich schon Monate hier. Es sind alle so freundlich und es ist erstaunlich, wie schnell man sich an die andere Sprache und Sitten gewöhnt. Ich kann diesen Austausch wirklich nur empfehlen und freue mich noch auf meine restlichen zwei Wochen.

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