Dreieinhalb Wochen USA – für die meisten verging diese Zeit viel zu schnell. Davon zeugten jedenfalls der tränenreiche Abschied am Flughafen von Nashville am Samstag sowie viele enthusiastische Rückmeldungen der Teilnehmer nach unserer planmäßigen Ankunft in Frankfurt am frühen Sonntag Morgen. Auch die zahlreichen stolz getragenen Schulpullis, T-Shirts und Kappen, die so manchen Humboldt-Schüler schon richtig amerikanisch wirken ließen, bestätigten diesen Eindruck. Selbst die zwei zurückgebliebenen Koffer, die in den nächsten Tagen noch nachgeliefert werden (Warum landen diese eigentlich immer in Texas?), konnten der guten Stimmung keinen Abbruch tun.

Für uns Lehrer war es wie immer ein Vergnügen zuzuschauen, wie sich die Ängste und Bedenken der Schüler schnell in Freude und Begeisterung verwandelten. Gleichzeitig war es für uns, die wir diesen Austausch nun schon zum dritten mal begleiteten, ein Treffen mit alten Bekannten sowie eine Zeit einiger neuer Begegnungen, die wir in Zukunft gerne vertiefen möchten.

Vieles wird von dieser Reise in Erinnerung bleiben: In New York waren es die Klagen über die angeblich gelaufenen Kilometer, das mulmige Zuhören beim Zeitzeugengespräch, der atemberaubende Blick vom Rockefeller Center sowie der überraschende und langersehnte Sonnenschein am Samstag Mittag. In Nashville erzählten uns die Schüler bei unseren Schulbesuchen teils verwundert, teils amüsiert von den Eigenarten des amerikanischen Alltags und der amerikanischen Esskultur. Gleichzeitig waren sie voller Enthusiasmus über die Herzlichkeit und Fürsorge ihrer Gastgeber. Und auch wir durften uns über so manche positive Rückmeldung der Gastschulen über die Humboldt-Schüler freuen.

Unsere drei Partnerschulen begeisterten uns wie immer mit ihrer jeweils eigenen Art: die entspannte und offenherzige Atmosphäre an der MLK (und natürlich die Drehstühle!), die Tradition und Würde der MBA sowie die spannenden Einblicke in den Unterrichtsalltag an der Harpeth Hall. Dabei waren es oft Kleinigkeiten, die die Besonderheiten der Schulen ganz besonders hervortreten ließen. So werden wir sicher nicht so schnell vergessen, wie diszipliniert die gesamte Schüler- und Lehrerschaft der Harpeth Hall während eines Probealarms minutenlang schweigend auf dem Lacrossefeld der Schule stand, oder wie oft wir sahen, wie Lehrer der MLK ihre Schüler mit einem „Fist bump“ begrüßten. Und die „deutsche Auswahl“ konnte sich diesmal immerhin über den dritten Platz beim diesjährigen „Language Soccer World Cup“ an der MBA freuen.

Das Kicker Spielen und Line Dancing im Wildhorse Saloon sowie die gemeinsame Kanufahrt auf dem Harpeth River boten schließlich Gelegenheit für die Schüler der verschiedenen Schulen, sich miteinander auszutauschen und ihre Erlebnisse zu teilen.

Wir möchten uns an dieser Stelle nochmal ganz herzlich bei den gastgebenden Schulen, Lehrern und Familien bedanken, die den Austausch zu dem machen, was er ist: eine lebendige Begegnung, die ein echtes Kennenlernen der jeweils anderen Kultur jenseits aller medialer Klischees und politischer Differenzen ermöglicht. Und nicht zuletzt, so zumindest die Erfahrung der vergangenen Jahre, ist der Austausch der Beginn vieler neuer transatlantischer Freundschaften.

In diesem Sinne freuen wir uns schon jetzt auf den Gegenbesuch der Amerikaner im Juni. See y’all in Wiesbaden!

V. Lotz