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Nashville News: Amerika im Trump Fieber?

Hannah Nhi Knoop berichtet über in Nashville gesammelte Eindrücke zur politischen Lage unter Präsident Trump:

Schon nach den ersten paar Tagen wurde mir klar, dass die jetzige Regierung sowie der jetzige Präsident in meiner Gastfamilie sehr kontrovers diskutiert wird. Da ich mich schon von Anfang an extrem gut mit meiner Austauschpartnerin verstand, redeten wir auch viel miteinander. Dabei kamen wir auch auf dieses Thema. Sie erzählte mir, dass ihre Familie das Handeln von Donald Trump nicht unbedingt gut heißt und sie Obama vermissen. Diese Meinung vertreten auch ihre Großeltern, die wir am Ostersonntag besuchten. Es war interessant mehrere Generationen darüber reden zu hören. Aber nicht jeder teilt uneingeschränkt diese Meinung. So gibt es auch Stimmen, die Obama zu moderat fanden und sich an der Spitze Amerikas einen „wilderen/aktiveren“ Präsident wünschten. „Trump wäre der Richtige dafür“, hörte ich.
Vor über einem Jahr, noch vor der richtigen Präsidentschaftswahl, gab es eine Probewahl der Montgomery Bell Academy und der Harpeth Hall, welche ich im Moment besuche. Es sollte ermittelt werden, welcher Präsidentenkandidat bei diesen Schulen gewonnen hätte.
Die private Mädchenschule (Harpeth Hall) stimmte mit 75% für Hillary Clinton. Im Gegensatz dazu stimmte die private Jungenschule (MBA) mit einer deutlichen Mehrheit gegen sie und damit für Donald Trump.
Der Grund für die Ergebnisse sind diese: Zum Einen wollte die Jungenschule lieber eine männliche Person als Präsident. Zum Anderen ist das Konzept der Mädchenschule sehr danach orientiert, auch Frauen an die Spitze der Arbeitswelt zu bringen. Dazu gehören neben Elitejobs auch politische Ämter wie z.B. die Position des Präsidenten.
Neben den politischen Eindrücken, die ich innerhalb meiner Gastfamilie und deren Umkreis wahrgenommen habe, will ich nochmal auf den Marsch oder eher die Demonstration in Washington D.C. eingehen.
Bei „The March for Our Lives“ geht es um geregelte Maßnahmen zur Kontrolle von Waffen in privaten Haushalten, insbesondere in Schulen. Überlebende von Verbrechen wie Schulmassakern und Angehörige von Getöteten hielten Reden. Es war sehr bewegend und emotional. Es gab Leute, die weinten, und zwischen den Reden schrien die Menschen immer wieder „Vote them out“.
Dabei richtete sich die Wut der Menschen nicht mehr nur auf die Waffen, sondern auch auf Donald Trump. Er war derjenige, der die Idee von der Waffenlobby NRA verbreitete. Wie man wahrscheinlich weiß, ging es dabei darum, dass Lehrer mit Waffen ausgestattet werden sollen, um Amokläufe zu verhindern. Zur Überraschung Vieler wollte Trump zuerst die Waffengesetze verschärfen, jedoch stellte sich wenig später das Gegenteil heraus. Die Meisten fühlten sich dadurch betrogen, was die Wut noch verstärkte. Unter anderem war das der Grund dafür, weshalb eine ganze „crew“ von NBC bei der Demonstration war und verschiedene Leute befragte. Ich freute mich natürlich, dass sie auch mich ansprachen. Sie fragten mich unter anderem, woher ich komme und was ich von „The March for Our Lives“ halte.
Ich hatte bisher unglaublich tolle Erlebnisse und bin wirklich dankbar, dass diese Gastfamilie für mich ausgewählt wurde. Es passt perfekt! Dazu noch der Schulbesuch der „Harpeth Hall“ mit deren bemerkenswerten Konzept werden diesen Aufenthalt für mich unvergesslich machen.

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