Humboldt-Forum - Vorträge und Diskussionen zu aktuellen Themen  

Andreas Huber: Strom aus der Wüste    

Im Rahmen des 4. Humboldt-Forums „Experten zu Fragen der Zeit“ stellte Andres Huber von der German Association des Club of Rome die Desertec Industrie Initiative in der Kurhauskolonnade vor. Andreas Huber war aus Hamburg angereist und 350 Oberstufenschülerinnen und Schüler sowie Eltern und Lehrer waren gekommen, um sich von der globalen Mission der Desertec Foundation faszinieren zu lassen. In den Wüsten der Erde kann mittels solarthermischer Anlagen genügend sauberer Strom erzeugt werden, um neunzig Prozent der Menschheit zu versorgen. Neben der sicheren Energiegewinnung geht es auch um Trinkwassergewinnung, soziale und ökonomische Entwicklung in den Partnerländern Nordafrikas und des Nahen Ostens und nicht zuletzt um den Klimaschutz. Andreas Huber verdeutlichte in seiner Präsentation, dass das Desertec-Konzept geeignet ist, eine überzeugende Antwort zu geben auf die zentralen globalen Herausforderungen des Bevölkerungswachstums mit zunehmender Industrialisierung, steigendem Energiebedarf und Reduzierung des Kohlendioxid-Ausstoßes. Da die Wüsten der Erde in sechs Stunden mehr Energie von der Sonne empfangen, als die Menschheit in einem Jahr verbraucht, gelte es, so Andreas Huber, ebenso rasch wie entschlossen die Energiewende einzuleiten. Das erste Desertec-Projekt entsteht in Tunesien. Der Bau des Solarkraftwerks soll 2014 beginnen. Von 2016 an soll es bis zu 2000 Megawatt Strom erzeugen, der durch ein Unterseekabel über Italien nach Europa fließen und rund 700.000 Privathaushalte mit Strom versorgen könnte. Das Investitionsvolumen für dieses Vorhaben, das von einem britisch-tunesischen Konsortium realisiert wird, liegt bei 11,5 Milliarden €, wovon bis zu 2,5 Milliarden € auf das Unterseekabel von Tunesien nach Italien entfallen.

Das überwiegend junge Publikum dankte dem Referenten Andreas Huber mit herzlichem Applaus für seinen Vortrag, der vor allem Mut machte, die energiepolitischen und ökologischen Herausforder- ungen der Zukunft meistern zu können. Mit einer Fragerunde des interessierten Publikums, die sich an den Vortrag anschloss, endete die gelungene Veranstaltung.